Ziallerns – ein Hügel für ca 40 Leute

Über das kleine Dorf Ziallerns ist schon viel geschrieben worden, manch einer hat schon einmal den Namen Ziallerns gehört oder das Verkehrsschild an der Straße von Jever nach Carolinensiel flüchtig wahrgenommen. Nicht wenige werden auch schon einmal den Weg zum Dorf selbst gefunden haben und dann nach kurzer Zeit wegen mangelnder Informationen das Dorf wieder verlassen haben. Von 1990 bis 2013 bestand in Haus Nummer 7 eine Informationsausstellung, die aber in der Amtszeit von Bürgermeister Harald Hinrichs geschlossen wurde. Frau Gerlinde Janssen hat das Haus jahrelang liebevoll betreut. Das Haus wurde mittlerweile verkauft.

Den Ort in seiner Entwicklung darzustellen, aufzuklären über die Bedingungen des Werdens von dem, was heute Ziallerns ist, ohne verklärend eine romantische Idylle zu zeichnen, das wird in der Chronik von Ziallerns beschrieben, die zurzeit vergriffen, aber im antiquarischen Buchhandel noch erhältlich ist.

Die Häuser sind größtenteils Bauernhöfe bzw. Landarbeiterhäuser im typischen Gulfhausstil. Der älteste am Giebel datierte Bauernhof stammt aus dem Jahr 1723. Einzelne Bauteile in anderen Bauernhöfen sind zum Teil wesentlich älter. Grün ist es hier überall, bäuerliche Obst- und Ziergärten, dorftypische Ziersträucher – angelegte Gärten, wie sie am Rande der Städte zu finden sind, mit Tannenbestand, gepflegten Rasenflächen und Zäunen bilden Ausnahmen.

Eine Besonderheit bildet die Süßwasserstelle auf dem Dorf, eine der ganz wenigen, die noch erhalten sind. Diese Süßwasserstelle ist für Besucher frei zugänglich.

1984 wurde der Ort in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen, 1987 wurde die Mense über das Dorf gepflastert und zeitweise haben einzelne oder Gruppen auch die Süßwasserstelle aufgereinigt.

Das Dorf pflegt eine außergewöhnliche Dorfgemeinschaft, zu den einzelnen Festen wie Osterfeuer, Grünkohlessen, Maibaum, Zwiebelkuchenessen, Feuerzangenbowle und weiteren Festen erscheint meist das ganze Dorf. Leider konnte man dem Wunsch nach weniger Ferienhäusern auf dem Dorf nicht nachkommen, mittlerweile gibt es einige Häuser auf Ziallerns, die nur partiell genutzt werden.

Was ist eine Wurt, was ist ein Wurtendorf

Eine Wurt ist ein künstlich aufgeschichteter Wohnhügel in der Marsch.

Auf Ostfrieslands Altmarschgebieten finden Sie viele Wurtendörfer. Vorgeschichtliche Flachsiedlungen wurden mit dem Ansteigen des Meeresspiegels  seit etwa Christ Geburt schichtweise mit Marschenklei aufgehöht und flächenmäßig vergrößert. Das teilweise unter NN liegende Umland blieb weitgehend unbesiedelt.

Viele Wurtendörfer haben auch nach der Errichtung fester Deiche seit etwa 1000 n.Chr. ihre alte Form beibehalten. Musterbeispiele für diese Siedlungsstruktur sind die beiden  Ortschaften Rysum (westlich von Emden)  und Ziallerns (nördlich von Jever).

Die Wurt Ziallerns bot ursprünglich für 8 Bauernhöfe Platz, von denen heute noch 4 Höfe auf der Ostseite zu sehen sind. Die Höfe der Westseite wurden bis zum 19. Jahrhundert durch Wohnbauten einer nicht bäuerlichen Bevölkerung ersetzt, so dass die verbliebenen Bauernhöfe durch die kleinen Handwerksbetriebe und Gemischtwarengeschäfte versorgt werden konnten. Im 19. Jahrhundert gab es noch eine Brauerei, einen Schmied, einen Gastwirt, einen Schumacher, Weber und Zimmerleute. Um die ganze Wurt zieht sich eine äußere Ringstraße. Konzentrisch dazu verläuft ein innerer Weg um die Wurtmitte. Dazu verlaufen mehrere meist schmale Wege radial von der  Wurtmitte zum Wurtfuß und setzen sich zum Teil in den Feldwegen der Flur fort.  Auf der Wurt ist noch eine ehemalige Süßwasserstelle erhalten. Früher wurde hieraus das Trinkwasser geschöpft.

Geschichte

Viele Wurtendörfer verteilen sich im Jeverland gleichmäßig über die hochgelegene Altmarsch. Aus kleinen Flachsiedlungen sind viele dieser Dörfer seit Christi Geburt allmählich schichtweise mehrere Meter aufgehöht und dabei auch flächenmäßig vergrößert worden.

Die kulturhistorische Bedeutung von Ziallerns ergibt sich aus der noch intakten und in den letzten Jahrhunderten nur unwesentlich veränderten Siedlungsstruktur. Grabungsergebnisse auf anderen Wurten führten zu der Erkenntnis, dass mit dem einsetzenden Wurtenbau regelmäßige Runddörfer mit einem geschlossenen Ring großer Bauernhöfe angelegt wurden. Diese Siedlungsstruktur ist in keinem jeverländischen Dorf so erhalten wie in Ziallerns. Ursprünglich bot die Wurt Platz für vermutlich 8 Bauernhöfe, von denen auf der Ostseite des Dorfes noch 4 erhalten sind. Die Bauernhöfe der Westseite wurden bis zum 19. Jahrhundert durch Wohnbauten einer nichtbäuerlichen Bevölkerung ersetzt, so dass die verbliebenen Bauernhöfe versorgt werden konnten. So waren auf Ziallerns im 19. Jahrhundert noch eine Brauerei, ein Schmied, Gastwirte, Schuhmacher, Weber und Zimmerleute ansässig.

Reizvoll ist auch das Wegeareal von Ziallerns. Um die gesamte Wurt zieht sich eine äußere Ringstraße. Konzentrisch dazu verläuft ein innerer Weg zur Wurtmitte, der aber nicht vollständig erhalten ist. Dazu verlaufen mehrer meist schmale Fußwege radial von der Wurtmitte zum Wurtfuß und setzen sich zum Teil in den Feldwegen der Flur fort.

Bereits vor dem 2. Weltkrieg erkannten viele die Erhaltungswürdigkeit von Ziallerns. Deshalb wurde bereits 1937 die Wurt innerhalb des äußeren Ringweges unter Landschaftsschutz gestellt. Schließlich stand Ziallerns besonders im Blickpunkt des Interesses, nachdem es im Herbst 1984 von der Gemeinde Wangerland in den Dorferneuerungsplan des Landes Niedersachsen aufgenommen worden war.

Im Zuge dieser Maßnahmen, die im Rahmen dieses Programms durchgeführt wurden, ließ die Gemeinde Wangerland das ehemalige Arbeiterhaus Garlichs teilweise erneuern und modernisieren, wobei die Außenansicht erhalten geblieben ist.

Ebenfalls wurden einige private Baumaßnahmen auf Ziallerns mithilfe finanzieller Förderung durch das Dorferneuerungsprogramm unterstützt.

Am 26. Mai 1986 wurde auch das umliegende Gelände von Ziallerns vom Landkreis Friesland unter Landschaftsschutz gestellt und umfasst nun ein Gelände von 34 Hektar.

1988 wurde ein Film über Ziallerns gedreht: 'Kold macht fett' : ein Runddorf und seine Bewohner von Cornelia Freidank.

Ziallerns ist aber kein Museumsdorf. Alle Häuser befinden sich in Privatbesitz. Die Süßwasserstelle (Fehting) ist öffentlich und frei zugänglich.

Über Generationen als Trinkwasserspender angelegt und gepflegt (Aufreinigen von Hand, um den Lehmmantel nicht zu beschädigen und mit einer Klampe versehen zur Wasserentnahme ), dann von übereifrigen Gemeindeverantwortlichen bepflanzt, anschließend sich selbst überlassen und verwuchert und schlussendlich mit einem Bagger aufgereinigt und die Klampe entfernt, auch wenn Einwohner deutlich gemacht haben, dass seit über 70 Jahren eine Klampe vorhanden gewesen ist, ...

Mittlerweile wird das Dorf von Tausenden von Besuchern jährlich aufgesucht, die sich oft aus wissenschaftlichen Gründen mit der historischen Siedlungsstruktur beschäftigen. Aber nicht nur Wissenschaftler auch viele Interessierte sehen sich gerne einmal dieses friesländische Kleinod an.

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