zurück
Was ist eine Wurt, was ist ein Wurtendorf
Eine Wurt ist ein künstlich aufgeschichteter Wohnhügel in der Marsch.
Auf OstFrieslands Altmarschgebieten finden Sie viele Wurtendörfer. Vorgeschichtliche Flachsiedlungen wurden mit dem Ansteigen des Meeresspiegels  seit etwa Christ Geburt schichtweise mit Marschenklei aufgehöht und flächenmäßig vergrößert. Das teilweise unter NN liegende Umland blieb weitgehend unbesiedelt. 
     Eine Anzahl von Wurtendörfern haben auch nach der Errichtung fester Deiche seit etwa 1000 n.Chr. ihre alte Form beibehalten. Musterbeispiele für diese Siedlungsstruktur sind die beiden  Ortschaften Rysum (westlich von Emden)  und Ziallerns (nördlich von Jever). 

   Die Wurt Ziallerns bot ursprünglich für 8 Bauernhöfe Platz, von denen heute noch 4 Höfe auf der Ostseite zu sehen sind. Die Höfe der Westseite wurden bis zum 19. Jahrhundert durch Wohnbauten einer nicht bäuerlichen Bevölkerung ersetzt, so dass die verbliebenen Bauernhöfe durch die kleinen Handwerksbetriebe und Gemischtwarengeschäfte versorgt werden konnten. 
    Im 19. Jahrhundert gab es noch eine Brauerei, einen Schmied, einen Gastwirt, einen Schumacher, Weber und Zimmerleute. Um die ganze Wurt zieht sich eine äußere Ringstraße. Konzentrisch dazu verläuft ein innerer Weg um die Wurtmitte. Dazu verlaufen mehrere meist schmale Wege radial von der  Wurtmitte zum Wurtfuß und setzen sich zum Teil in den Feldwegen der Flur fort. 
     Auf der Wurt ist noch eine ehemalige Süßwasserstelle erhalten. Früher wurde hieraus das Trinkwasser geschöpft. 

   1937 wurde die Wurt unter Landschaftsschutz gestellt. Das ehemalige Arbeiterhaus Garlichs ist renoviert worden. Hier ist ein interessanter Informationsraum mit Schautafeln eingerichtet. Geöffnet ist die Informationsausstellung von Mai bis September am Dienstag und Donnerstag von 15 bis 17 Uhr.